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Was ist das eigentlich? Und wo kommt es her?

Jiu Jitsu wurde um 1900 in Deutschland bekannt und umfasst eine Mischung verschiedenster Kampfsportarten. Die wörtliche Übersetzung des japanischen Ausdrucks Jiu Jitsu ist „sanfte Kunst“. Ausführlicher kann man Jiu Jitsu mit „Die Kunst durch Nachgeben zu siegen“ übersetzen.

Dies bedeutet im übertragenen Sinn das Jiu Jitsu die sanfte Kunst der Selbstverteidigung ist. Der Verteidiger kontert nicht hart, sondern weich geschmeidig aus um die Kraft des Gegners für die Verteidigung und damit für sich selbst zu nutzen.

Das Zurückweichen gegenüber dem Angreifer galt allgemein als Ausdruck von Angst und Feigheit. Das Grundprinzip des Jiu-Jitsu bezweckte es aber beim Angreifer das Gefühl einer scheinbaren Überlegenheit aufkommen zu lassen. Der Gegner wurde zu leichtfertigen Kämpfen veranlasst und konnte daraufhin leichter überwunden werden.

Die Elemente des Jiu Jitsu sind Hebel-, Wurf- Tritt- und Schlagtechniken. Jiu Jitsu bedient sich heute vieler Techniken aus verschiedensten Kampfsportarten und kann somit als eine der vielfältigsten Kampfsportarten bezeichnet werden.

Voraussetzungen zum Betreiben dieser Kampfkunst sind nicht erforderlich, ebenso ist die Frage nach dem Alter und Geschlecht keine Voraussetzung zur Ausüben dieses Sports. Die Entwicklung und die Bereitschaft zum Üben liegt im jeden Sportler selber. Noch heute betreiben Jiu Jitsukas im Alter von 80 Jahren diesen Sport oder erlangen im Alter von 50 oder 60 Jahren die Meistertitel. Im Training wird Wert auf Partnerschonung und Selbstkontrolle gelegt, so dass Verletzungen grundsätzlich ausgeschlossen sind. Der Umgang ist geprägt von Respekt, Höflichkeit und Disziplin. Mit zunehmender Trainingszeit entwickelt das Jiu-Jitsu technische Fertigkeiten, sportliche, allgemeine Fitness und bewirkt eine gesunde Steigerung des Selbstbewusstseins.

Ziel unseres Trainings ist es, körperliche Fitness und altersgerechte Selbstverteidigung/Selbstbehauptung. Jeder Jiu Jitsuka lernt sein Selbstvertrauen zu stärken, sowie seine Grenzen und die Grenzen anderen zu erkennen.

Der Ursprung

Der Ursprung für die meisten späteren BUDO-Sportarten wird in Verbindung mit der über 3000 Jahre alten indischen Massagekunst vermutet. Bei dieser waren schon über 100 schmerz- und lebensempfindliche Stellen am Körper bekannt.

Für Europa gilt, dass in vielen Ländern (auch im deutschsprachigen Raum) eine waffenlose Selbstverteidigung geübt wurde, die in vielen Griffen und Würfen unserem Jiu Jitsu sehr ähnlich war. Für den asiatischen Raum ist belegt, dass der Chinese CHIN.GEMPIN im Jahre 1650 nach Japan kam und in Owari eine Selbstverteidigungskunst lehrte, die man durchaus als Jiu Jitsu bezeichnen kann. Japanische Adelsfamilien erkannten sehr bald, dass die Beherrschung dieses Systems für sie und ihre Gefolgsleute große Vorteile brachte wenn es darum ging, auch im Kampf ohne  Waffen siegen zu können.

Die Entwicklung

Die SAMURAI – chinesische Ritterkaste – sowie die NINJA waren am Aufbau und an der Entwicklung des Jiu Jitsu beteiligt. Für die SAMURAI gehörte Jiu Jitsu schon ab dem frühen 17 Jahrhundert zu den verpflichtenden Ausbildungen. In der folgenden Zeit wurde diese Kampfkunst philosophisch untermauert und in einem Ehrenkodex festgehalten.

Um die Jahrhundertwende (1900) wurde aus der Kampfkunst die angemessene Selbstverteidigung ausgelegte Kunst mit effektiven Techniken für Angriff und Verteidigung. In dieser Form wurde es bei Besuchen der japanischen Flotte um 1900 in Europa demonstriert und fand rasche Verbreitung.

Die verschiedenen Schulen des Jiu Jitsu wurden zu Quellen vieler neuer Kampf-Systeme. So findet z. B. Judo, Aikido oder Karate ihre Wurzeln im Jiu Jitsu. Hier wurden lediglich einzelne Technikgruppen wie z.B. Hebel, Tritte oder Schläge, oder z. B. Würfe und Festleger ausgegliedert und in einem eigenen Kampfsport weitergeführt.